

Blick von erhöhtem Standpunkt aus.
Im Vordergrund ein Flusslauf mit seitlicher Bogenbrücke, mit mehreren Rindern und Pferden mit Reiter bei der Tränke. Rechts eine Gebäudegruppe mit Mühlrad und reicher Figurenstaffage mit säcketragenden Bauern. Der Weg im Zentrum führt hinunter zu einem Städtchen, dessen Hauptstraße von giebelständigen Häusern flankiert ist. Zwischen Bäumen eine Kirche mit Dachreiter.
Im rechten Bildteil hohe gotische Kirchenruine mit kräftigem Pfeiler, Nischenfiguren und perspektivisch aufeinander folgenden Gurtbögen des ruinösen Langhauses. Die Ruine mit Sträuchern bewachsen, unter Bäumen ein vierkantiger Turm mit Pyramidendach.
Im Hintergrund verläuft die Landschaft in blauer Luftperspektive, mit erhöht stehendem Kirchengebäude und Rundtempel auf einer Anhöhe. Äußerst minutiös gemalte Darstellungen, detailgenau und fanatasiereich wiedergegeben.
Das Werk ist nicht signiert, aber aufgrund der typischen Darstellung Jan Griffier (dem Älteren) zugeschrieben.
Anmerkung: Rheinlandschaften in gleicher oder kleinerer Bildgröße erreichten auf internationalen Auktionen Zuschläge von 40.000 bis über 70.000 Euro.
Jan Griffier (der Ältere)
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Walther Bernt: Griffier d. Ältere, Jan 1645 - 1718 London, Holländischer Landschaftsmaler, Schüler des R. Roghmann und J. Looten.
Er malt in der Frühzeit von seinem Weinschiff aus Ansichten von London und Umgebung, dann italienische Veduten mit Ruinenstaffage aus der Phantasie. Am häufigsten sind seine meist kleinformatigen Rhein- und Mosellandschaften (in der Regel auf Kupfer) in der Art des späten Hermann Saftleven; von hohen Bergzügen eingeschlossene Flußtäler, die mit Gebäuden, zahlreichen Schiffen und kleinen, etwas hart gezeichneten Figuren staffiert sind. Der Standpunkt des Malers liegt meist hoch über dem Tal. Die etwas kleinlich durchgeführten Winterbilder sind seltener. Das ganze 18. Jahrhundert und die deutschen Maler Christian Georg Schütz und J. Orient haben das Stoffgebiet Griffiers, die phantastische Flußlandschaft, nachempfunden.
Walther Bernt, Die Niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts, 327/328, Thieme Becker
Wolfgang Weiss |
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